Astrologie
Des Pudels Kern - speziell für Skeptiker
Seit Jahrzehnten wärmen Astrologie-Gegner stereotyp vor allem ein Argument auf - und es scheint kein Kraut dagegen zu wachsen. Es lautet, dass die Astrologie nichts tauge, weil die astrologischen Tierkreiszeichen nicht den tatsächlichen Sternbildern am Himmel entsprächen. Schliesslich hätten sich diese in den letzten 2000 Jahren um fast einen Monat verschoben (sogenannte Präzession des Frühlingspunktes). Somit sei ein heutiger Widder ja in Wirklichkeit ein Fisch und so weiter. An dieser Stelle zur Aufklärung nochmals in Kürze:
Definition Wikipedia: In der Astronomie ist der Zodiak der Bereich der Sternbilder, durch welche die Ekliptik verläuft. Demgegenüber ist der Zodiak in der westlichen Astrologie einfach die Ekliptik, die ausgehend vom Frühlingspunkt in 12 genau jeweils 30° messende Abschnitte unterteilt wird. Die physikalisch-astronomisch exakt vorgegebene Lage des Frühlingspunktes sowie der drei weiteren Äquinoktial- und Solstitialpunkte ist also Grundlage des Tierkreises. Diese Einteilung wird deshalb auch die tropische genannt, im Unterschied zur siderischen Tierkreiseinteilung, welche auf den sichtbaren Sternbildern beruht. Oder konkret:
Die Astrologie beschäftigt sich mit dem tropischen Tierkreis, der aus dem Jahreslauf der Sonne hervorgeht. Seit jeher waren die Astrologen der Meinung, dass die Sternzeichen mit den Jahreszeiten in Zusammenhang stehen. Dies war schon im alten Mesopotamien um 2000 v. Chr. der Fall und wurde von Ptolemäus weiter übernommen. Auch die moderne Astrologie ist dieser alten Tradition treu geblieben. Die vier wichtigsten, immer gleichbleibenden Sonnen-Stationen sind dabei der längste Tag, der kürzeste Tag und die beiden Tag- und Nachtgleichen. Astrologisch heisst das also: der Widder beginnt mit der Frühlingstagundnachtgleiche, der Krebs beim Sommersolstiz, die Waage bei der Herbsttagundnachtgleiche und der Steinbock beim Wintersolstiz. Der Fixsternhintergrund wird von der abendländischen Astrologie weiter nicht berücksichtigt. Sie teilt die Ekliptik vom Frühlingspunkt aus in 12 jeweils 30° grosse Abschnitte ein und hat sie nach den Sternbildern benannt, die damals am Himmel in diesen Sektoren standen. Die real sichtbaren Sternbilder sind demnach astrologisch irrelevant.
Die Astronomie dagegen befasst sich mit dem siderischen Tierkreis, der sich aus den am Fixsternhimmel sichtbaren, unterschiedlich grossen und nicht scharf definierten Sternbildern ergibt.
Fazit:
Tierkreiszeichen und gleichnamiges Sternbild stimmen heute in der Tat nicht überein. Aufgrund der Präzession des Frühlingspunktes verändert sich die Position der Tierkreiszeichen im Lauf von Jahrtausenden. Vor etwa 2500 Jahren entsprach die Lage der Tierkreiszeichen den Sternbildern, durch die sich die Sonne während der jeweiligen Zeit scheinbar bewegte. Das gilt schon lange nicht mehr. Wenn also heute die Sonne in 0° Widder (dem Frühlingspunkt) steht, bewegt sie sich tatsächlich durch das Sternbild der Fische. Da, wie oben erwähnt, die Astrologie aber mit dem tropischen Tierkreis arbeitet und nicht mit dem siderischen, spielt diese zwar korrekte Tatsache keinerlei Rolle für die Arbeit mit der Astrologie – denn man darf niemals Tierkreiszeichen mit realen Sternbildern gleichsetzen!